Impuls III: Gang zur Kirche

Beten in der Gegenwart Gottes (aus: ansprechender Gott & hörende Kirche, eucharistische Anbetung. Quelle unserer Zukunft, Thomas Schmid; mit leichten Abänderungen).

Beginn: Hochgelobt und gebenedeit seist du, Jesus, im Allerheiligsten Sakrament des Altares.

Gebet zum Heiligen Geist:
Komm, Heiliger Geist, schenke mir ein waches Herz. Nimm das Herz von Stein aus meiner Brust und schenke mir ein Herz aus Fleisch. Erschaffe mir ein reines Herz und schenke mir einen neuen beständigen Geist. – Amen.

Anrufung der Mutter der Kirche:
Maria, Mutter der Kirche, die du all das, was Gott dir durch den Engel verkünden ließ, in deinem unvoreingenommenen, in deinem reinen Herzen erwogen hast, du bist unser Vorbild. Im Blick auf dich fürchten wir uns nicht, unser Herz in Einklang mit Gott zu bringen und in ihm den tiefen Sinn unseres Lebens zu suchen und zu finden.

Maria, Mutter der Kirche, bitte für uns.

Schriftwort
Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf den Berg. Er setzte sich und seine Jünger traten zum ihm. Und er öffnete seinen Mund und lehrte sie und sprach: Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen.

Kommentar:
Wenn etwas rein ist, ist es ungetrübt, ohne störende Inhalte, eindeutig, klar. Und wenn etwas klar ist, dann kann ich es durchschauen, dann trübt nichts den Blick, dann ist nichts Falsches im Hintergrund. Wenn Jesus die seligpreist, „die rein sind im Herzen“, dann meint er alle, die keine Hintergedanken haben, die nicht taktieren und keinen Strategien zur Verfolgung verborgener Ziele dienen; Menschen, die rein sind im Herzen, haben keinen verdorbenen und versteckten Blick. Menschen, die rein sind im Herzen, denen kann man trauen, die sind nicht unberechenbar. Sie tragen nicht Verräterisches, Hinterlistiges, Unsauberes und Unmoralisches in ihrem Herzen. Sie sind ehrlich und aufrichtig. Ihr Wesen ist erhellend und heiter. Aus ihrem Herzen kommt Wahrheit.

Und was für das Herz gilt, das gilt auch für die Hände. Es heißt im Psalm 24,3-6: „Wer reine Hände hat und ein lauteres Herz, der nicht betrügt und keinen Meineid schwört“, der darf Gottes Antlitz schauen.

Wer Gott schauen will, wer in Gottes Gegenwart eintreten will, ihm nahekommen möchte, um ihn anzubeten, ihn zu loben und ihm zu dienen, der muss „reine Hände und ein lauteres Herz“ haben. Aber was, wenn auch wir unreine Herzen haben? Was, wenn Gott uns, wie damals im Abendmahlsaal um den Verräter wissend, sagt: „Ihr seid nicht alle rein?“ (Joh 13,11). – Müssen wir dann jetzt wieder gehen? – Nein, wir dürfen bekennen: „Gegen dich allein habe ich gesündigt, ich habe getan, was dir missfällt!“ (Psalm 51,6) und wir dürfen bitten: „Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist!“ (Psalm 51,12). Und der barmherzige Gott wird uns von Makel und Sünde befreien und uns in seiner Gnade mit einem neuen reinen Herzen beschenken. Jeder darf hier sein. Die, die ein reines Herz haben, und die, die sich nach einem neuen reinen Herzen sehnen!

Meditation:
Ich bin da, weil ich offen und ehrlich, uneingeschränkt und ungetrübt Ja sagen will zu Gott und zu seiner Vorsehung. Ihm kann und muss ich nichts vorspielen oder vormachen. Ich bin froh, ihm auch als unvollkommener Mensch heute sagen zu dürfen: Herr, du kennst mich und du weißt alles, so weißt du auch, dass ich dich liebe! (Vgl. Joh 21). Und er, mein Gott, wird mir das auch abnehmen. Er weiß doch, dass wir, beim besten Willen und ohne jede Ausrede, in unserer Erdenzeit nie die ganze ungetrübte Reinheit des Herzens erreichen werden. Deshalb will er meinen Horizont weiten. Er will mir Hoffnung machen, Hoffnung auf eine wunderbare Zukunft mit ihm, auf eine Zukunft, die heute beginnt. Jetzt sehen wir ihn wie in einem Spiegel nur in getrübter Klarheit, dann aber, wenn sich unser Leben verewigen wird, dann werden wir ihn sehen von Angesicht zu Angesicht. (vgl. 2 Kor 13,12). Selig, die in der Tiefe ihres Herzens Ja sagen zu Gott, in guten und in bösen Tagen, die ihre Herzen und Hände zu Gott erheben.

Anbetung:
Ehrlichen Herzens möchte ich offen vor den Herrn treten und spüren, wie ich im stillen Bedenken seiner Gegenwart gereinigt und verwandelt werde.

„O du Licht der Seligkeit, mach dir unser Herz bereit, dring in unsere Seelen ein!“ (aus: Veni sancte spiritus).

Schlussgebet:
Gütiger Gott, es ist nicht ganz einfach, mein Herz „rein“ zu halten.
Und doch ist es mein ehrlicher Wunsch, dich zu erkennen,
das Wort deines Evangeliums zu beherzigen und dich nicht aus dem Blick zu verlieren.
Vieles schleicht sich fast unbemerkt in mein Herz und führt auf falsche Fährten.
Doch immer, wenn ich auf falschen Wegen suche,
wenn ich der Versuchung nachgebe, dann soll in mir laut werden,
was immer und überall meine klare Sehnsucht bleibt.
„Ich will den Herrn, meinen Gott, lieben mit ganzem Herzen,
mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.“ Vgl. Dtn 6,5.
Das will ich auch gerade dann, wenn ich unachtsam
wieder einmal halbherzig oder hartherzig geworden bin.
Die Freude über geschenkte Vergebung, die Freude an einem reinen Gewissen
will ich mir im Sakrament der Versöhnung zurückholen.
Und der befreienden Macht des Heiligen Geistes will ich mich überlassen,
damit ich wieder zu denen gehöre, denen Jesus sagt:
„Selig seid ihr, wenn ihr rein seid im Herzen,
denn ihr werdet Gott schauen.

Bitte um den Segen:
Der gütige Gott mache uns frei von falschen Bindungen.
Er überlasse uns nicht der Härte unseres Herzens.
Er reinige es und lasse uns sein Angesicht schauen. Amen.

Hochgelobt und gebenedeit sei das Allerheiligste Sakrament des Altares.

Von nun an bis in Ewigkeit. Amen.